Golf und Schule

01.03.2011

Sportunterricht auf dem Golfplatz ist viel schöner

Sportunterricht auf dem Golfplatz ist viel schöner

Lippstädter Club hat sich dem Förderprojekt „Abschlag Schule“ angeschlossen. Kinder werden mit Bus zur Anlage gebracht und sind begeistert bei der Sache.

LIPPSTADT Es ist schon faszinierend mit anzusehen, wie die Kinder der Martinschule Cappel und Otto-Lilienthal-Schule Lipperbruch derzeit auf der Anlage des Golfclubs Lippstadt voller Begeisterung ihre Schläger schwingen und sich immer wieder riesig freuen, wenn der kleine runde Ball auch die gewünschte Flugbahn nimmt. „Du kannst deinen Körper ruhig noch ein bisschen mehr nach rechts drehen“, gibt Michael Wykrent, Trainer in Ausbildung, zum Beispiel auch Sabrina wertvolle Tipps und schon trifft die Neunjährige den Ball viel besser als noch beim ersten Versuch.Keine Frage: Die Kinder beider Schulen haben richtig Spaß, wenn sie in Begleitung ihrer Sportlehrer mit dem Bus zum Golfplatz gefahren werden und hier mit den ersten Feinheiten dieser immer weiter aufstrebenden Sportart vertraut gemacht werden. So hat sich auch der Lippstädter Golfclub dem Förderprojekt des Deutschen Golfverbandes unter dem Motto „Abschlag Schule“ angeschlossen“ und kümmert sich unter der Leitung von Jugendwartin Rita Deimel und dem Koordinator des Projekts, Gerd Schäfer, intensiv um die jungen Kinder im Alter von acht bis neun Jahren. Tätkräftig zur Seite steht ihnen auf dem Golfplatz auch der überaus erfahrene Trainer Jon Gardarsson. Und wenn er den Kids anhand von Video-Analysen auf dem Bildschirm erklärt, was man eventuell noch besser machen könnte, ja dann hören die Schüler/Innen ganz genau zu und schauen sich die Bilder an.

„Hier in der Video-Station kann man auf Zehntelmillimeter erkennen, wo der Spieler den Ball trifft. Also Rückschwung, Abschwung, Treffmoment und Drehschwung. Jeden kleinen Fehler sieht man sofort und kann ihn entsprechend korrigieren“, so Gerd Schäfer.

Für ihn und Rita Deimel ist auch wichtig, dass grundsätzlich alle Kinder im Golfclub Lippstadt die Möglichkeit haben, ihre persönlichen Ziele im sportlichen Bereich zu verfolgen, unabhängig von ihren sozialen Möglichkeiten. „Durch den Sport wollen wir den Kindern und Jugendlichen Orientierung und Halt geben. Teamfähigkeit, Geduld, Pünktlichkeit, Ehrlichkeit und Fairness, Beharrlichkeit und Zuverlässigkeit sind Attribute, die sowohl im Sport als auch im späteren Berufsleben wichtig sind. Diese Primärtugenden werden hier geboten“, stellen Rita Deimel und Gerd Schäfer übereinstimmend fest.

„Und die Kinder freuen sich jedesmal wenn es losgeht. Denn hier auf dem Golfplatz erleben sie Abwechselung vom normalen Sportunterricht“, erklärte Lehrerin Angelika Pohlmeier von der Martinschule, die zusammen mit Hans Jürgen Buschmeier von der Otto-Lilienthal-Schule während des Trainings immer dabei ist. Dabei spielen die Kinder, die dienstags, donnerstags, freitags und samstags trainieren, in Gruppen mit etwa zehn Teilnehmern.

Die Kosten für Bustransfer von der Schule zum Platz und zurück sowie die Trainingskosten übernimmt übrigens der Verband clubfreier Golfer (VCG), der dieses Projekt initiiert hat. Bälle und Schläger stellt der Club.

An einem zweiten Projekt beteiligen sich auch die Schüler/Innen der gymnasialen Oberstufe des Lippe-Berufskollegs. Neben den Elementen des mehrperspektivischen Golfsports erhält diese Zielgruppe auch Einblicke in Berufsfelder rund um das Golfmanagement.

28.02.2011

Golf und Schule / Bericht aus der Welt am Sonntag (vom 15. Juni 2008)

Golf und Schule / Bericht aus der Welt am Sonntag (vom 15. Juni 2008)

An immer mehr Schulen wird Golf in den Lehrplan integriert. Die Konrad-Adenauer-Realschule muss ihre Schüler dafür seit dem Spätsommer sogar nicht mal mehr ins Umland schicken: Im westfälischen Hamm entstand nämlich der deutschlandweit erste schuleigene Golfplatz. Bislang besteht die Anlage noch aus genau einem Loch. Geplant wurde es vom Lehrer und ausgebildeten Landschaftsarchitekten Jens Kneißel und von Frank Schneider, dem Pro des örtlichen Golfclubs. Finanziert wurden die knapp 3000 Euro aus Mitteln des Schulfördervereins. Der Golfklub lieh die nötigen Maschinen, eine Baufirma stellte Bagger zur Verfügung, viele Schüler packten beim Anlegen der Spielbahn mit an. Nach einem halben Jahr Bauzeit kann nun seit einigen Monaten gespielt werden. Und zwar auf einer ganz besonderen Spielbahn – sie ist zwar nur 130 Meter lang, aber als extremes Dogleg und somit als Par 4 um die Turnhalle der Schule herum angelegt. Damit deren Scheiben und Gemäuer heil bleiben, wird mit speziellen Softbällen gespielt. Und das ist nicht leicht: Der Abschlag liegt nach nur knapp 50 Metern optimal auf dem Fairway. Ist er zu kurz, steht die Turnhalle im Weg. Ist er zu lang, landet er im Biotop. Das Grün aus Kunstrasen wird auch zum Training von Putts und Chips benutzt und ist durch zwei Bunker wie das bereits erwähnte Biotop auf der linken Seite bestens geschützt. Gepflegt wird die Anlage größtenteils von den Schülern, die sich das Greenkeeping teilen. Golf wird als freiwillige Arbeitsgemeinschaft, aber auch als Unterricht angeboten. Mit guten Noten können Fehlleistungen in anderen Fächern ausgeglichen werden. Für die Jüngsten aus den Klassenstufen fünf bis acht gibt es Schnupper- und Einsteigerkurse. Unterrichtet werden sie von älteren und bereits golferisch erprobten Schülern. In den Klassen neun und zehn besteht darüber hinaus die Möglichkeit, in einer Wahlpflicht-AG die offizielle Platzreife und somit Handicap 54 zu erlangen. Dafür müssen die Schülerinnen und Schüler nicht nur den richtigen Schwung lernen, sondern auch die Theorie büffeln. Und die Zukunft von Deutschlands einzigem Schulgolfplatz scheint rosig: Bald soll eine eigene Mannschaft gegründet werden. Zudem plant die Schule wegen des großen Erfolgs und  der Publicity, drei weitere Bahnen zu bauen, die alle auf das bisherige Grün zuführen. Platz ist genügend da, und der Deutsche Golf-Verband (DGV) will sich finanziell an dem Projekt beteiligen. „Vielleicht wird unsere Anlage nicht die einzige dieser Art bleiben“, sagt Lehrer Kneißel, der mit seinen Schülern auch im Winter trainiert. Dann allerdings in der Turnhalle.

 

VON SVEN FLOHR
(Veröffentlichung wurde genehmigt)
   
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